08. März 2015

 

Schuld und Vergebung

 

Dieses schwierige Thema machte der Bezirksverband Nettesheim zum Inhalt seines Bruderschaftstages 2015 im Schützenhaus in Frixheim. Karoline Kahm, stv. Brudermeisterin, sorgte mit ihrem Team bereits bestens für das Wohl der Gäste. Die beachtliche Teilnehmerzahl von über 50 Schützenbrüdern und Schützenschwestern ließ eine interessante Diskussion erwarten. Der Referent, Diözesanjungschützenpräses Pfr. Stefan Ehrlich, ist schon von Berufs wegen und als stellv. Bundesvorsitzender der kath. Seelsorge in den Justizvollzugsanstalten der Bundesrepublik Deutschland praxisnah im Thema. Das Referat eröffnete er mit einem Zitat von Dietrich Bonhoeffer: „Wo Menschen sagen ´verloren´, sagt ER `gefunden`, wo Menschen sagen `gerichtet`, sagt ER `gerettet`, wo Menschen sagen `nein`, sagt ER `ja`“.

 

Die Frage in den Raum gestellt, ob wir nicht manchmal so handeln, wie der, dem die Schuld erlassen wurde, dem anderen aber gegenüber kleinlich ist, müsse jeder für sich beantworten. Jeder Mensch ist „mein Bruder“, den ich mit seinen Fehlern akzeptieren muss, dem ich seine Schuld vergeben muss.

 

In der anschließenden Diskussionsrunde wurde deutlich, dass diese Vergebungsbereitschaft im täglichen Miteinander durchaus ihre Grenzen hat. Das gestand auch DJP Stefan Ehrlich zu.  Beispiele aus jüngster Zeit machten deutlich, dass der Mensch als Haltepunkt ein Gerüst aus Werten braucht, eine Zielrichtung, an der man sich orientieren kann. Die Füllung der Werte „Für Glaube, Sitte und Heimat“ müsse kontinuierlich erfolgen, Man müsse darüber reden, man müsse davon träumen und man müsse sie auch hinterfragen. Werte neu mit Inhalt füllen, heißt nicht, sie über Bord werfen, sondern vielmehr sie überdenken! Dazu gehöre immer wieder die Überlegung: „Wie gehen wir miteinander um?“ Diese vertraute Frage stellt Wolfgang Kuck regelmäßig als Bezirksbundesmeister, wenn schon mal hier und da in den einzelnen Bruderschaften seines Verbandes die Wogen „hochschwappen“. Gerade als Bruderschaft gilt es, sich immer wieder daran zu erinnern: Jeder Mensch ist mein Bruder. Fehler muss man vergeben können.

 

Dass der Bruderschaftsabend mit seinem schwierigen Thema kein Fehler war, das versicherte Kuck mit einem herzlichen Dank an den Referenten für seine Mühen.

 

Fotos/Text: Carola Kuck-Goergen

 

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